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Klang der Erinnerungen

„Klang der Erinnerungen“

Wenn Musik Erinnerungen bewahrt

Manche Erinnerungen beginnen nicht mit einem Foto oder einem Ort, sondern mit einem einzigen Klang. Ein Lied, eine Melodie oder der Klang einer Bağlama genügt – und plötzlich sind Menschen wieder ganz nah, die längst nicht mehr da sind.

Im Rahmen unseres Projekts „Klang der Erinnerungen – Pflege, Verlust und Musik in alevitischen Gastarbeiterfamilien“ haben wir sechs Menschen interviewt, deren Familiengeschichte eng mit Migration, Pflege, Trauer und der alevitischen Kultur verbunden ist. Alle Interviewpartner*innen verbindet eine besondere Erinnerung: Musik war in ihrer Kindheit selbstverständlich. Sie gehörte zu Familienfesten, zum Alltag und zu den gemeinsamen Momenten mit Eltern und Großeltern.

Besonders die Bağlama nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Für viele ist sie weit mehr als ein Musikinstrument. Ihr Klang erinnert an Väter und Großväter, an das gemeinsame Singen, an Heimat und an eine Zeit, die nie ganz verloren gegangen ist. Einige erzählten, dass Erinnerungen zurückkehrten, von denen sie glaubten, sie seien mit dem Tod ihrer Angehörigen verschwunden. Erst die Musik machte sie wieder lebendig.

Auch die Kilams, die traditionellen alevitischen Lieder, begleiten viele Familien bis heute. Sie erzählen von Liebe, Trennung, Hoffnung, Verlust und dem Leben der Menschen in Anatolien. Viele unserer Interviewpartner*innen hören diese Lieder noch immer, weil sie ihnen Trost schenken und eine Verbindung zu ihren Eltern und Großeltern schaffen.

Ein weiterer roter Faden in allen Gesprächen war die Sprache Zazaça. In vielen Familien wird sie bis heute gesprochen. Die Interviewten beschrieben sie als Teil ihrer Identität und ihrer Erinnerungen. Gemeinsam mit den Liedern bewahrt sie Geschichten, Werte und Überlieferungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Viele wünschen sich, dass auch ihre Kinder diese Sprache, die Musik und die kulturellen Traditionen kennenlernen und weitertragen.

Die Interviews zeigen außerdem, wie eng Pflege, Trauer und Musik miteinander verbunden sein können. Viele der Befragten haben ihre Eltern bis zu deren Lebensende begleitet. Nach ihrem Tod blieb oft die Musik als stärkste Verbindung bestehen. Ein Lied konnte Erinnerungen wecken, Trost spenden und das Gefühl vermitteln, den geliebten Menschen noch einmal ganz nah zu sein.

Gleichzeitig erzählen die Gespräche von Gemeinschaft. Musik war nie nur etwas, das gehört wurde – sie wurde gemeinsam erlebt. Bei Familienfeiern wurde gesungen, musiziert und gelacht. Die Melodien schufen Nähe und stärkten den Zusammenhalt. Für viele Kinder der ersten Gastarbeitergeneration sind genau diese Momente bis heute unvergessen.

Mit diesem digitalen Archiv möchten wir diese Erinnerungen bewahren. Die Stimmen unserer Interviewpartner*innen zeigen, dass Musik weit mehr ist als Unterhaltung. Sie ist Erinnerung, Identität, Trost und kulturelles Erbe. Sie verbindet Generationen, überwindet Sprachgrenzen und hält Geschichten lebendig, die sonst vielleicht verloren gegangen wären.

Klang der Erinnerungen versteht sich deshalb als ein Ort, an dem diese persönlichen Erfahrungen sichtbar und hörbar bleiben – für Familien, für kommende Generationen und für alle, die mehr über die Lebenswelten alevitischer Gastarbeiterfamilien erfahren möchten. bitte ins türkische übersetzten.

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Birgül Karaer
Meine Emotionen
Imam Yildiz
Der Klang
Seker Ana
Die Kunst
Dervis Ismail Dede
Meine Kindheit
Onur Karaer
Erinnerungen
Filiz Atmaça
Familienfeste

Die Wanderausstellung „Klang der Erinnerungen“

Mit der Wanderausstellung „Klang der Erinnerungen – Pflege, Verlust und Musik in alevitischen Gastarbeiterfamilien“ möchten wir die persönlichen Geschichten unserer Interviewpartner*innen über den Projektzeitraum hinaus sichtbar machen und einem breiten Publikum zugänglich machen.

Die Ausstellung zeigt ausdrucksstarke Porträts der Interviewpartner*innen, ergänzt durch ihre bewegenden Zitate in deutscher, türkischer und Zaza-Sprache. Dadurch werden nicht nur persönliche Erinnerungen bewahrt, sondern auch die sprachliche und kulturelle Vielfalt der alevitischen Gemeinschaft sichtbar gemacht.

Jedes Porträt erzählt eine Geschichte – von Familie, Migration, Pflege, Verlust, Musik und kultureller Identität. Die Besucher*innen erhalten einen unmittelbaren Einblick in Lebensrealitäten, die in der öffentlichen Erinnerung bislang nur wenig Beachtung gefunden haben.

Die Ausstellung kann bundesweit von Vereinen, Organisationen, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen, Kulturzentren, Museen, Bibliotheken, Schulen und weiteren interessierten Einrichtungen ausgeliehen werden. Ziel ist es, Begegnungen zu schaffen, Gespräche anzuregen und die Geschichten der ersten Gastarbeitergeneration sowie ihrer Familien in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Mit jeder Station der Wanderausstellung möchten wir dazu beitragen, Erinnerungen lebendig zu halten, Vorurteile abzubauen und den Dialog über Migration, Pflege, kulturelles Erbe und die Bedeutung von Musik als Erinnerungsträger zu fördern.

Wenn Sie Interesse haben, die Wanderausstellung in Ihrer Einrichtung zu zeigen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.